Wie aus „Liebes Tagebuch“ „Hallo Welt“ wurde…
In den guten alten Zeiten schrieb der Mensch Tagebuch: Mädchen klagten über vergebliche Schwärmereien, Abenteurer dokumentierten ihre Reisen und Forscher schrieben ihre neusten Erkenntnisse nieder. Auch damals wurden manche Tagebuchschreiber mit oder ohne ihre Einwilligung berühmt und ihre Tagebücher der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Beispiele hierfür sind Anne Frank oder Goethe.
Heutzutage kann jeder mit einem einfachen Klick sein Innenleben mit der ganzen Welt teilen. Es wird nicht mehr Tagebuch geschrieben, es wird gebloggt.
Blogs sind nichts anderes als online Tagebücher und können mittlerweile von jedem Otto Normalverbraucher leicht angelegt werden. Verschiedene Anbieter stellen online ihre Blogging-Dienste zur Verfügung. Oft sind sie mit Werbeanzeigen verbunden, bieten aber dafür die verschiedensten Designs und Gestaltungsmöglichkeiten. Beispiel für Blog-Anbieter sind WordPress, Livejournal oder blog.de.
Privatpersonen nutzen ihre Blogs häufig dafür, um Familie und Freunde, die über die Welt verteilt sind, auf dem Laufenden zu halten. Im Internet vertreten sind zahlreiche Blogs mit Namen wie „Lena in Argentinien“, „Anna macht Valencia unsicher“ oder „Marias Leben in Australien“.
Die immer zahlreicher werdenden Auslandsschüler, Travel & Worker und FSJler berichten hier den Daheimgeblieben von ihren Abenteuern in der Ferne. Dafür müssen sie ihren Text einfach in die jeweils vorgeschriebene Maske eintippen, je nach Anbieter vielleicht noch ein paar Keywords oder eine Kategorie angeben und auf „Posten“, „Beitrag einstellen“ oder „Veröffentlichen“ klicken.
Neben den unzähligen privaten Blogs gibt es aber auch Blogs mit höherem Bekanntheitsgrad von Personen des öffentlichen Lebens. Sarah Dessen, eine amerikanische Jugendbuchautorin, beispielsweise bloggt seit etwa 10 Jahren und begann mit einem Eintrag pro Tag. Mittlerweile hat sie ihre Frequenz stark gesenkt, erfreut sich aber noch immer einer hohen Leserschaft.
Doch auch das Gegenteil gibt es: unbekannte Blogger, denen durch ihr Blog der Durchbruch gelingt und die sich sogar über eine Buchveröffentlichung ihres Blogs freuen können. So geschehen zum Beispiel mit einer Lehrerin aus Deutschland, die täglich über den Schulwahnsinn schrieb, um sich selbst zu beruhigen. Heute kann man ihr Buch „Chill mal, Frau Freitag: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin“ überall erwerben und auch ihr Blog wird weiterhin aktualisiert.





